...von Chur bis in die Dades Schlucht...

Endlich ist es soweit, alles ist gemacht und organisiert, die Hühner sind in den Ferien und wir können unsere antreten. Die liebe Jacky schaut zu den 2 Katzen und so können wir sorglos in Richtung Chur losfahren. Wir widmen unserem Noni noch etwas Zeit und Pflege und starten am 21.1.2016 unsere Marokko Tour über Italien, Frankreich, Spanien und schliesslich von Alceciras nach Tanger. Es geht zum Glück ohne viel Schnee los und wir sind froh recht schnell voranzukommen. So gehen die ersten paar Tage ziemlich schnell vorbei, wir schaffen immer so zwischen 400 und 500 Km pro Tag. 

In Frankreich machen wir einen schönen Stopp in der Camargue und geniessen das herzige Städtchen Aigue Mortes. Es ist schönes Wetter und auch schon recht warm.

 

Nizza ist eine Katastrophe, wir sind plötzlich mitten in der Stadt, Rush Hour, Gewichts- und Höhenbeschränkungen überall. Es geht ewig bis wir wieder auf die Autobahn gelangen. Gianni hat Nerven wie Drahtseile, ich dachte ich auch...Wir suchen uns irgendwo im Nirgendwo einen ruhigen Übernachtungsplatz. Dazu fahren wir meistens aufs Land, in der Not sind Supermarktparkplätze tip top, vor allem wenn man am nächsten Morgen gleich noch einkaufen kann.

Spanien haben wir schnell durchfahren mit wenigen Abstecher in die Natur. Südlich von Valencia fahren wir über hunderte von Kilometern an Orangenplantagen vorbei. 

 

Irgendwo in Spanien zwischen Valencia und Malaga :)

Wir besorgen kurz vor Algeciras unsere Fährtickets und im letzten Supermarkt werden noch Giannis Wurstreserven gekauft. So verlassen wir ohne Probleme das europäische Festland ende Januar.

Die Einreiseformalitäten sind relativ einfach und schnell gemacht und wir können unser erstes Ziel Chefchaouen im Norden anfahren. Für die erste Nacht geht es auf einen hübschen Campingplatz wo wir auch sehr nette Leute kennenlernen. Wir feiern einen Geburtstag mit lustigen Menschen die mit Kind und Kegel in einem riesigen Volvobus unterwegs sind. Das Städtli ist sehr schön und vor allem blau. (oder grün hahaha).

 

Wir informieren uns bei den Locals wie die Situation im Rif Gebirge ist, die meinen alle pas de Problem also ist es auch für uns pas de Problem, pas de Soucis und wir fahren los. Die Landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich. Im Abstand von 200 Meter will man uns immer wieder Haschisch verkaufen, zum Teil werden wir fast eskortiert von Autos und Männern mit Säckchen aller Art. Aber richtig bedrängt fühlten wir uns nie. Gestoppt haben wir aber nie auf dieser Route, erst wieder im Tal wo wir einen Schlafplatz gesucht und auch gefunden haben. Bei einem kleinen Dorf haben wir Jalal kennengelernt der uns einen fantastischen Schlafplatz bei seiner Familie gezeigt hat. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang und zum Ruf des Muezzin richten wir uns ein.

Nach einer erholsamen Nacht sind wir wieder ausgeruht und starten den Motor, damit wir bei Zeiten nach Fes kommen. Doch wie es so ist in Marokko, schnell weg kommt man von hier nicht... Ohne Fladenbrot und Tee sowieso nicht. Von Mutti noch den Proviant auf die Reise und einmal an die Brust gedrückt und los gehts, jallah bina.

In Fes nehmen wir den Hintereingang so dass wir den offiziellen und inoffiziellen Führern mehr oder weniger durch die Lappen gehen und lassen uns durch die engen Gassen der Medina treiben. Leider befindet die grosse Lederfärberei gerade in Revision und die Becken sind leer.

Mit neuen Babouche, frischem Gemüse und Eier verlassen wir am Abend den Souk.

Wir fahren weiter Richtung Meski wo es eine schöne Oase geben soll, unterwegs übernachten wir an einem Gebirgssee in Timhadite auf 2000 Meter über Meer. Kalt wird's in der Nacht, zum Glück funktionieren die Heizungen einwandfrei und wir geniessen die absolute Ruhe dort oben.

weiter gehts Richtung Merzouga, in die Wüste wo wir unsere erste Offroadtour machen wollen. Unterwegs halten wir noch kurz um ein paar Fahrgäste mitzunehmen was sehr lustig war :)

Unser Ziel ist der Erg Chebbi, eine grosse durch Wind geformte Dünenlandschaft. Je nach Tageszeit haben sie eine andere Farbe, die grösste ist 200 Meter hoch. Gianni und ich beschliessen das Ganze von oben zu betrachten und besteigen den riesigen Sandberg.

 

Jetzt war es an der Zeit endlich mal eine Offroad Tour zu machen. Wir haben dazu ein Buch gekauft mit verschiedenen Tracks und Gps Daten und freuen uns mal abseits der Zivilisation zu bewegen. Die erste Route führt bis dicht an die algerische Grenze. Die Natur ist umwerfend schön, das Farbenspiel der Gesteine und der Wüstenlandschaft ändert sich ständig. Wir übernachten nahe einem Berg in absoluter Ruhe.

Am nächsten Tag fahren wir weiter im Wissen, dass bald ein Militärposten kommt wo wir kontrolliert werden würden. Wir sind darauf vorbereitet und haben eine sogenannte Fiche bereits ausgefüllt. Dort sind alle Daten von uns und dem Fahrzeug vermerkt und erleichtert so die Arbeit des Militärs. Ich sehe von weitem den Posten, vor uns liegt ein Weichsandgebiet und in dem Moment kommt ihr Fahrzeug um die Kurve gefahren. Ich habe in meinem Leben noch nie so ein Truck gesehen. Ein Monstersandamphybienfahrzeug der Extraklasse. Sie wollen uns freundlicherweise durch den Weichsand helfen und Gianni vergräbt den Bird mal locker bis zu den Achsen darin :) pas de Problem, das Militär hilft uns schaufeln, die Sandbleche müssen unterlegt werden und Luft wird abgelassen. Ich durfte nichts helfen, sie waren alle sehr zuvorkommend. Der Bird steckte ziemlich fest und schlussendlich ist ein Typ vom Militär mit ihm gefahren und ich durfte neben dem Chef der Truppe in diesem Monstertruck fahren was echt saucool war. Leider ist fotografieren nicht erlaubt, trotzdem schnell ein kleines geknippst von hinten..Noch schnell eine Meldung an den nächsten Posten dass wir unterwegs sind und wir verabschiedeten uns von diesen netten Männern. 

Die Luft muss auch wieder rein....


Wir verlassen die Wüste und fahren wieder Richtung mittlerer Atlas wo wir ein paar Gebirgstouren machen wollen. Eine führt uns bis über 2000 Meter und durch einen Tunnel der das französische Militär irgendwann gebaut hat. Meinerseits gab es ein paar Schweissausbrüche diese Serpentinen hochzufahren, wenden kann man ja nicht mehr. Gianni fuhr die Strecke bravourös hoch und wir übernachtetet auf einem wunderschönen Plateau.